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16. Februar - 20. Mai 2007

"Kirchen im Landkreis Müritz"
Fotografien von Peter-Michael Seiler

Vorwort von Peter-Michael Seiler

Zu den ältesten Baudenkmälern in den Dörfern und Städten gehören die Kirchen. Sie waren über Jahrhunderte geistiges und soziales Zen­trum für die Bevölkerung. Der Kirchenbau in den Gebieten begann nach der Verdrängung der Slawen durch einwandernde Sachsen, Friesen und Westfalen im 11. Jahrhundert. Die Einwanderer brachten das Christentum mit.

Die deutschen Siedler bauten ihre Kirchen aus Holz. Ende des 11. Jahrhunderts entstanden die ersten Steinbauten aus wuchtigen Findlingen. Das Baumaterial, Überbleibsel der letzten Eiszeit, war auf den Feldern reichlich vorhanden. Die ältesten Kirchen wurden als Wehrkirchen erbaut. Sie hatten nur schmale Lichtöffnungen und boten in den ersten unruhigen Jahrzehnten den Bewohnern Schutz. Erst später wurden die Lichteinlässe mit Backsteinen zu gotischen Fenstern erweitert.

Ein wahrer Bauboom setzte im 12. Jahrhundert ein. Von den mehr als 1.000 Kirchen, die heute nördlich der Elbe stehen, wurde fast ein Drittel innerhalb von 200 Jahren erbaut. Die ersten Kirchen wurden noch aus unbehauenen Feldsteinen errichtet, bald machte aber geeignetes Werkzeug den Granitquaderbau möglich. Ende des 12. Jahrhunderts begann der Siegeszug des Backsteins. Viele der bereits in Feldstein- oder Quaderbauweise begonnenen Kirchenbauten wurden nun mit Ziegeln vollendet, erweitert oder ausgebessert.

Viele der erhaltenen Dorfkirchen errichtete man im Stil der späten Romanik und Gotik. Im Inneren der Kirchen sind noch mittelalterliche Schnitzaltäre und barocke Einbauten, Emporen und Kanzeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten. So sind die Kirchen Zeugen einer bewegten Siedlungs-, Kultur- und Glaubensgeschichte.

Dieses kulturelle Erbe ist in großer Gefahr. Mehr als ein Viertel der Kirchen ist gefährdet und droht verloren zu gehen. Die letzten durchgreifenden Instandsetzungen liegen oft über hundert Jahre zurück. Trotz enormer Anstrengungen staatlicher Stellen und der evan­­­gelischen Landeskirchen konnte nicht verhindert werden, dass der Verfall der Dorfkirchen rascher weitergeht als ihre Rettung. Eine wachsende Zahl von Privatpersonen, Stiftungen und Firmen hat durch großzügige Spenden dazu beigetragen, dass an mehreren Kirchen mit Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten begonnen werden konnte. Der Verein „Dorfkirchen in Not“ unterstützt die Gemeinden bei der Grundsicherung, ist aber von dem Ziel „keine Kirche darf untergehen“ noch weit entfernt.

Einem kulturellen Erbe zu helfen, das Jahrhunderte überdauert hat, sollte uns allen Verpflichtung sein!

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Übersicht weiterer Sonderausstellungen

 

 

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Ein Nachdruck
der Luther-Bibel
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Karte mit Standorten
der Kirchen
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Kirchen
im Amt Waren (Müritz)
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Kirchen
im Amt Malchow
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In Ergänzung
interessante Exponate
(u. a. Vasa sacra)
Ausstellungseröffnung

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Peter-Michael Seiler (re)
mit Pastor Schröter (li)
der Vasa sacra zur
Verfügung stellte